Aktuelles aus dem Universum der Übersetzung und Softwarelokalisierung

Wir sind Sprachfreaks, das geben wir gerne zu. Die Welt der Übersetzung und Software-Lokalisierung ist spannend und faszinierend. Aber auch unser Büro-Alltag sorgt für die ein oder andere Schlagzeile. An dieser Stelle bloggen wir regelmäßig Interessantes für unsere Kunden, Freunde und Mitarbeiter. Bleiben Sie dran!

Damit unser Blog immer aktuell ist und keine Verzögerungen durch Übersetzungen in andere Sprachen entstehen, erstellen wir die Posts in den zwei Kernsprachen Englisch und Deutsch. Über die RSS-Funktion können Sie die Blogeinträge gerne abonnieren. Keep in touch with @transcript!


transcript-blogger
26/01/2017 - 11:12

Texte auf Webseiten, Nachrichtenportalen, in Broschüren oder Flyern können mitunter ganz schön kompliziert sein. Zu kompliziert für Menschen mit Lernschwierigkeiten, aber auch für alle, die vielleicht nur Grundkenntnisse der jeweiligen Sprache haben. Deshalb gibt es „Leichte Sprache“: Im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) soll diese Sprache es Menschen mit Leseschwierigkeiten ermöglichen, aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzuhaben.

Auch wenn Leichte Sprache kein geschützter Begriff ist, gibt es weltweit Netzwerke, die feste Regeln für ihren Gebrauch definieren. In Deutschland zum Beispiel formuliert das „Netzwerk Leichte Sprache“ sinngemäß folgende Regeln:

1. Es darf nur bekannte Worte geben.
2. Die Sätze sollen kurz und einfach sein.
3. Einfache, klare Fotos und Bilder unterstützen den Textinhalt.
4. Alle Texte werden geprüft – und zwar von Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Etwas kompliziert: Neben der „Leichten Sprache“ gibt es auch die „Einfache Sprache“ – und zwischen beiden gibt es gravierende Unterschiede. Einfache Sprache ist komplexer als Leichte Sprache; sie zielt vor allem darauf ab, bürokratische Texte, zum Beispiel von Ämtern oder Versicherungen, verständlicher zu formulieren. Anders als bei der Leichten Sprache wird die Einfache Sprache nicht von Bildern begleitet – und auch nicht von Menschen mit Lernschwierigkeiten geprüft.

Entstanden ist die Leichte Sprache in den Vereinigten Staaten von Amerika: Die 1974 gegründete Organisation „People First“ hatte 1996 als erste die Idee des „Easy Read“. In Deutschland gab der 2001 gegründete „Verein Mensch“ unter anderem zwei Wörterbücher in Leichter Sprache heraus. 2006 entstand dann auch das „Netzwerk Leichte Sprache“. Europäische Richtlinien für die Erstellung leicht lesbarer Informationen wurden ebenfalls erstellt: Ergebnis ist ein voluminöses Regelwerk, das die internationale Organisation „Inclusion Europe“ in Zusammenarbeit mit acht Ländern (Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Litauen, Österreich, Portugal, Schottland) herausgegeben hat.

In Europa hat Schweden bei dem Thema Easy-to-Read die Nase vorn: Unter anderem erscheint dort für Menschen mit Leseschwierigkeiten die achtseitige Wochenzeitung „8 Sidor“ – und es gibt sogar einen eigenen Verlag für Publikationen in Leichter Sprache. Deutschsprachigen Menschen mit Leseschwierigkeiten sollten die Website http://www.nachrichtenleicht.de/ besuchen. Dort finden sich aktuelle Weltnews aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur – präsentiert in Leichter Sprache. Eine großartige Initiative aus Köln (Hochschule Köln in Kooperation mit dem Deutschlandfunk), dem Stammsitz von @transcript.

Quellen:
http://www.bpb.de/apuz/179341/leichte-und-einfache-sprache-versuch-einer-definition
http://www.leichtesprache.org/index.php/startseite/leichte-sprache/das-ist-leichte-sprache?showall=&start=1#

transcript-blogger
13/01/2017 - 11:08

Mit jedem neuen Jahr verknüpfen sich unterschiedlichste Hoffnungen und Ziele. So auch mit dem Jahr 2017, das gerade erst begonnen hat. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Beispiel hat es zum „Internationalen Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung“ erklärt. Damit verbinden die Vereinten Nationen die Vision, dass „ein gut konzipierter und gesteuerter Tourismus einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung“ leisten kann. Ein Grund für das UN-Jahresmotto liegt in der Bedeutung des Tourismus für die Wertschätzung anderer Kulturen und damit einer Förderung der Völkerverständigung. Aus Sicht der UN kann nachhaltiger Tourismus dazu beitragen, Armut zu vermindern, die Umwelt zu schützen, die Lebensqualität der Menschen vor Ort zu verbessern und die wirtschaftliche Situation, vor allem von Frauen und Jugendlichen, zu stärken.
Eine große Aufgabe also, die die Welttourismusorganisation (UNWTO) als Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Madrid zu bewältigen hat. Grundsätzliche Aufgabe der UNWTO ist die „Förderung und Entwicklung des Tourismus als Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung, zu internationalem Verständnis, Frieden, Wohlstand und Respekt für Freiheit und Menschenrechte für alle ohne Unterschiede nach Rasse, Geschlecht, Sprachen und Religion“. Dabei schreibt sich die UNWTO auf die Fahnen, besonders Entwicklungsländer mit ihren Interessen unterstützen zu wollen.
Hehre Ziele, die sich angesichts von Umweltverschmutzung, Klimawandel, Bausünden und interkulturellen Befangenheiten fast lesen wie ein schönes Märchen. Tatsache ist jedoch, dass viele Menschen bewusster reisen. Das beginnt damit, dass Nahziele sich wachsender Beliebtheit erfreuen – und viele Menschen einem authentischen Urlaub den Vorzug vor einem Aufenthalt im „Hotelgetto“ geben.
Der Ansatz, Tourismus als Motor für Nachhaltigkeit und interkulturelle Verständigung zu fördern, ist rein faktisch absolut sinnvoll. Schließlich geht es um einen riesigen Markt: Mehr als eine Milliarde Menschen reisen jedes Jahr um die ganze Welt. Die Art und Weise, wie sie das tun, hat damit einen enormen Einfluss auf das Leben der Menschen in den bereisten Ländern. Wenn sich dieses Potenzial auch nur einen Millimeter mehr in eine gute Richtung bewegt, ist sowohl wirtschaftlich als auch in puncto Lebensqualität schon viel gewonnen – besonders in armen und wirtschaftsschwachen Ländern. Und wie immer gilt auch hier: Am besten, jeder fängt bei sich selbst an. Mit dem Wunsch zu reisen, einen Beitrag zu Frieden und Völkerverständigung zu leisten, öffnet sich möglicherweise die Tür für interessante Begegnungen und einen bewussteren Umgang mit Natur und Umwelt.

 

Quellen:
http://en.unesco.org/celebrations/international-years/
http://www.un.org/en/ga/search/view_doc.asp?symbol=A/RES/70/193
http://www2.unwto.org/tourism4development2017
https://www.tourism-watch.de/content/internationales-jahr-des-nachhaltigen-tourismus-fuer-entwicklung-2017
http://www.bmwi.de/DE/Themen/Tourismus/Internationale-Zusammenarbeit/unwto.html

transcript-blogger
03/01/2017 - 10:04

Happy New Year – wir hoffen, Sie sind gut in das neue Jahr gestartet! Sicherlich haben Sie dabei den einen oder anderen Silvesterbrauch in die Tat umgesetzt: knallende Sektkorken, Bleigießen oder Silvesterböller. Vielerorts begrüßen die Menschen das neue Jahr allerdings mit weitaus kurioseren Gepflogenheiten. Einige davon stellen wir in unserem Neujahrs-Blogartikel vor.

USA, Tschechien & Italien: Weil Linsen mit ein wenig Fantasie aussehen wie Geldmünzen, essen viele US-Bürger und Tschechen am Silvesterabend Linsensuppe. Auch in Italien serviert man Linsen, hier allerdings mit Würstchen. Der Verzehr der Linsen soll angeblich Glück und Reichtum fürs kommende Jahr bescheren.

Italien & Mexiko: In beiden Ländern stehen für die Damenwelt alle Zeichen auf „Rot“ – zumindest, was die Dessous betrifft. Denn rote Unterwäsche gilt als Glücks- und Erfolgsbote für das neue Jahr. In Argentinien ist Pink die Farbe der Wahl bei den Dessous der Silvesternacht. Es lebe die Liebe!

Spanien: Die meisten Spanier starten traubenessend in das neue Jahr. Mit jedem Schlag der Turmuhr an der Madrider Puerta del Sol (wird per TV im ganzen Land übertragen) verschlingt man in Spanien nämlich traditionell je eine Weintraube – im Drei-Sekunden-Takt. Wer das nicht schafft, dem droht angeblich Unheil. Vorsicht, nicht verschlucken!

Dänemark & Brasilien: Hier wird ins neue Jahr gehüpft. Die Dänen springen von einem Stuhl oder Tisch. Die Brasilianer zieht es ans Meer, wo sie über sieben kleine Wellen springen. Jeder Sprung entspricht einem Wunsch, den man für das anbrechende Jahr frei hat.

Russland: Die Russen „trinken“ ihre Wünsche buchstäblich mit dem Champagner aus. In Russland ist es nämlich Brauch, seine Neujahrswünsche auf ein Stück Papier zu schreiben, dieses dann zu verbrennen, die Asche in den Schampus rieseln zu lassen und alles auszutrinken. Na dann: Prost!

Österreich: Vor allem in Wien heißt es um Mitternacht „Darf ich bitten?“. In der österreichischen Hauptstadt, aber auch anderswo in Österreich hat der Neujahrswalzer eindeutig Vorrang vor Sekttrinken und Bleigießen. Vielleicht rührt dieser Bewegungsdrang auch daher, dass ein weiterer österreichischer Silvesterbrauch der Verzehr eines Schweinskopfes ist?

China: Das chinesische Neujahrsfest ist eine Wissenschaft für sich. Das beginnt schon damit, dass es jedes Jahr zu einem anderen Zeitpunkt gefeiert wird – 2017 fällt das chinesische Neujahr auf den 28. Januar. Über 15 Tage werden dann eine Vielzahl von Bräuchen zelebriert. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildet ein farbenfrohes Laternenfest.

Wie auch immer Sie gestartet sind: Das @transcript-Team wünscht Ihnen Glück und Erfolg in 2017!


Quellen:
http://www.badische-zeitung.de/panorama/wie-die-menschen-weltweit-das-neue-jahr-begruessen--79067275.html
http://www.ef.de/blog/language/neujahrstraditionen-aus-aller-welt/
https://de.wikipedia.org/wiki/Chinesisches_Neujahrsfest
http://www.focus.de/reisen/service/tid-20889/neujahrsbraeuche-rote-reizwaesche-trauben-und-hiebe-oesterreicher-schwofen-den-donauwalzer_aid_586019.html