Aktuelles aus dem Universum der Übersetzung und Softwarelokalisierung

Wir sind Sprachfreaks, das geben wir gerne zu. Die Welt der Übersetzung und Software-Lokalisierung ist spannend und faszinierend. Aber auch unser Büro-Alltag sorgt für die ein oder andere Schlagzeile. An dieser Stelle bloggen wir regelmäßig Interessantes für unsere Kunden, Freunde und Mitarbeiter. Bleiben Sie dran!

Damit unser Blog immer aktuell ist und keine Verzögerungen durch Übersetzungen in andere Sprachen entstehen, erstellen wir die Posts in den zwei Kernsprachen Englisch und Deutsch. Über die RSS-Funktion können Sie die Blogeinträge gerne abonnieren. Keep in touch with @transcript!


transcript-blogger
01/12/2016 - 10:31

Gestik, Mimik, Körpersprache und lautlos gesprochene Wörter – das sind die Elemente von Gebärdensprache, mit der sich vor allem schwer oder nicht hörende Menschen verständigen. Was uns interessiert: Ist Gebärdensprache eigentlich „grenzenlos“, das heißt, international einheitlich? Oder gibt es – genau wie bei Lautsprachen – „nationale“ Sprachen oder gar Dialekte?
Um es nicht zu spannend zu machen: Nein, Gebärdensprache ist nicht überall auf der Welt einheitlich. Weltweit gibt es schätzungsweise 200 teils sehr unterschiedliche Sprachen für Gehörlose. Und ja, es existieren tatsächlich regionale Dialekte – in der Schweiz beispielsweise insgesamt 12.
Weil die unterschiedlichen, regionalen Gebärdensprachen tatsächlich nicht nur ein eigenes „Vokabular“ sondern auch eine eigene Grammatik haben, verstehen sich zum Beispiel ein Amerikaner und ein Deutscher nicht, wenn sie ihre landestypische Gebärdensprache verwenden. Wollen sie sich trotzdem unterhalten, brauchen sie einen Gebärdensprachen-Dolmetscher. Besser ergeht es da schon dem gehörlosen Amerikaner, der sich in Gebärdensprache mit einer gehörlosen Französin verständigen möchten: Da sich die American Sign Language (ASL) aus der Langue des Signes Française (LSF) herleitet, können die beiden sich recht problemlos erzählen, was sie gerade beschäftigt. Alleine im deutschsprachigen Raum gibt es dagegen drei Gebärdensprachen: für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Weil es zum Beispiel auf internationalen Konferenzen sehr lästig sein kann, zwischen den verschiedenen Gebärdensprachen dolmetschen zu müssen, gab es immer wieder Bestrebungen, eine weltweit einheitliche Gehörlosensprache einzuführen. „International Sign Language“ (ISL) ist eine Pidgin-Sprache und quasi das Gebärdensprachen-Pendant zum Esperanto der Lautsprachen. Ähnlich wie Esperanto konnte sich jedoch ISL (auch als International Gesture oder Gestuno bezeichnet) nicht wirklich durchsetzen.
Gebärdensprachen werden übrigens in einigen Kulturen auch von nicht-gehörlosen Menschen benutzt. In Zentral-Australien gibt es einen Aborigines-Stamm, dessen Mitglieder die seltene Sprache Warlpiri sprechen. Für trauernde Frauen des Stammes gilt ein Sprechverbot und sie verständigen sich dann ausschließlich in einer vollkommen eigenständigen Gebärdensprache. Besonders ältere Frauen haben diese so verinnerlicht, dass sie bisweilen Laut- und Gebärdensprache gleichzeitig sprechen.

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gebärdensprache
https://de.wikipedia.org/wiki/International_Sign
http://www.zeit.de/2012/30/Stimmts-Gebaerdensprache
https://de.wikipedia.org/wiki/Warlpiri

transcript-blogger
24/11/2016 - 12:37

Eigentlich wollten wir ja diesen Blogbeitrag dem Thema widmen, wie deutsche Expatriates ihre Heimat Deutschland sehen. Außer ziemlich vielen Klischees über Hausfrauen-Communitys, Sehnsucht nach deutschem Schwarzbrot oder Bier und der rosaroten „Deutschland-ist-Bayern-und-Bayern-ist-Oktoberfest“-Brille haben wir dazu allerdings nicht viel Handfestes gefunden. Deshalb nähern wir uns den deutschen „Expats“ nun lieber von der faktisch-nüchternen Seite.
„Expatriates“ sind per Definition von Kreutzer/Roth besonders qualifizierte Arbeitskräfte, „deren Auslandsaufenthalt meist beruflich motiviert sowie in der Regel auf ein bis fünf Jahre befristet ist“. Nach diesem Verständnis ist „Expat“, wer von einem deutschen Unternehmen oder einer Organisation zeitlich befristet ins Ausland entsendet wurde. 2013 waren rund 60.000 dieser „Ausländer-auf-Zeit“ – in der Regel Fach- und Führungskräfte – in den Auslandsniederlassungen der einhundert größten deutschen Unternehmen beschäftigt.
Die weltweite Gesamtzahl der deutschen Expats kann nur geschätzt werden, da die Begriffsdefinitionen – vor allem bezüglich der Gründe und der Dauer des Aufenthalts im Ausland – erheblich voneinander abweichen. Mindestens eine Million Deutsche sollen es sein, die als Expat-Arbeitnehmer vorübergehend im Ausland weilen. Die Migrationsdatenbank des Development Research Centers bzw. die Datenbank der OECD gehen von bis zu 3,4 Millionen deutschen Expats aus.
Was sind die Gründe, die einen deutschen Arbeitnehmer dazu bewegen, seiner Heimat (zumindest vorübergehend) den Rücken zu kehren? Eine der Hauptmotivationen für die Auswanderung auf Zeit ist die Aussicht auf bessere Arbeitsbedingungen und einen „Karriere-Kick“. Oft nämlich ist der Auslandsjob mit deutlich mehr Befugnissen und höheren Bezügen verknüpft als der in Deutschland „aufgegebene“ Posten. Einer Studie aus dem Jahr 2015 zufolge verlassen 66,9 Prozent der Deutschen aus beruflichen Gründen ihre Heimat; 46,9 Prozent erhoffen sich vom vorübergehenden Auslandsjob ein höheres Einkommen als in Deutschland. 72,2 Prozent geben als Motivation für den Schritt ins Ausland den Wunsch an, neue Erfahrungen machen zu wollen.
Diese „Erfahrungen“ sind allerdings nicht immer positiv. Oft leben deutsche „Expats“ im Ausland in einer Art geschlossener Community. Der mitgereiste (Ehe)-Partner hat in vielen Fällen Probleme, ebenfalls einen Job zu finden – deutsche Qualifikationen werden mitunter im Ausland nicht anerkannt oder die Sprachbarriere steht einer Berufstätigkeit im Weg. Das resultiert im Gesamtpaket oft in einer gewissen sozialen Isolation: Kontakte bestehen häufig nur innerhalb der deutschen Expat-Community oder im beruflichen Umfeld. So gaben 43,5 Prozent der deutschen Expats im Rahmen der oben erwähnten Studie an, dass sich ihre Auswanderung negativ auf ihren Freundes- und Bekanntenkreis ausgewirkt habe.
Es kann aber auch anders laufen: Nicht selten finden alleinstehende Arbeitnehmer während ihrer ursprünglich befristeten Zeit im Ausland einen einheimischen Partner und „lokalisieren“ sich dann langfristig als Arbeitnehmer in der neuen Wahlheimat.
Apropos Wahlheimat: Eine Umfrage von InterNations aus dem Jahr 2015 hat die „Top Expat Destinations“ ermittelt – eine Rangliste der beliebtesten Auswanderungsländer. Spitzenreiter dieser Liste sind Ecuador, Mexiko und Malta, gefolgt von Singapur, Luxemburg und Neuseeland. Die Schlusslichter dieser Umfrage bilden Griechenland, Saudi-Arabien und Kuwait. Faktoren für Beliebtheit sind neben günstigen Lebenshaltungskosten vor allem die Mentalität der Einheimischen, die allgemeine Lebensqualität und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Deutschland liegt in dieser Umfrage übrigens auf Platz 16. Bleibt zu hoffen, dass dies weniger an unserer Gastfreundlichkeit als am doch eher bescheidenen deutschen Klima liegt.


Quellen:
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/deutsche-expats-jeder-dritte-auswanderer-mit-studienabschluss/11854654.html
http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/160471/auslandsdeutsche
https://www.expat-news.com/20872/life-style/studie-warum-viele-deutsche-auswandern/
http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/kurzdossiers/160482/expatriates-in-hongkong-und-thailand
http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/expats-13186476.html
https://www.internations.org/expat-insider/2015/the-best-and-worst-places-for-expats

transcript-blogger
16/11/2016 - 09:25

„Auf nach Stuttgart!“ hieß es wieder für zahlreiche Industrie-, Software- und Dienstleistungsfirmen aus der Technischen Kommunikation. Vom 8. bis 10. November fand dort in der letzten Woche die Jahrestagung der Gesellschaft für Technische Kommunikation – tekom Deutschland e.V. – statt. Die tekom ist mit rund 8.000 Mitgliedern der größte Fachverband für Technische Kommunikation in Europa. Zusammen mit der parallel stattfindenden tekom-Fachmesse und der tcworld conference ist die Jahrestagung die größte Veranstaltung für Technische Kommunikation weltweit: Rund 4.000 Tagungsteilnehmer und Messebesucher fanden sich dieses Jahr in Stuttgart ein.

Auf dem tekom-Marktplatz informierten sich die Fachbesucher über die neuesten Trends und technischen Entwicklungen – und netzwerkten, was das Zeug hielt. Außerdem ist die Jahrestagung eine riesige Nachwuchs-Stellenbörse: Immer mehr Technische Redakteure sind gefragt, die Gebrauchs- und Betriebsanleitungen, Teilekataloge und Produktdatenblätter erstellen und diese Informationen auch für mobile Geräte wie Tablets oder Smartphones aufbereiten. Die mobile Dokumentation wird nicht nur bei Konsumprodukten verwendet, sondern zum Beispiel auch bei der Wartung komplexer Maschinen und Anlagen.

Schwerpunktthema der diesjährigen Jahrestagung war „Intelligente Information“. Hier zeigten Experten aus einer Arbeitsgruppe der tekom unter anderem die neuesten Entwicklungen zum „Intelligent Information Request and Delivery Standard“, also der dynamischen Bereitstellung von Nutzerinformationen zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, auf dem Medium der Wahl. Insgesamt 35 Fachvorträge befassten sich allein mit dem Thema „Intelligente Informationen“.

Rund 250 deutsche und englische Vorträge, Workshops und Tutorials informierten über Trends wie Augmented Reality, also die erweiterte Realität, automatisierte Entwicklerdokumentationen und Sprachtechnologien zur Verarbeitung natürlicher Sprache durch den Einsatz von Computern. Auch die Themen Technisches Marketing und User Experience fanden großen Anklang bei den Besuchern. Hinzu kamen die Messepräsentationen von 170 Ausstellern aus 27 Ländern: Anbieter von Softwarelösungen beispielsweise für Content Management, Übersetzung, Sprachprüfung, CAD und Katalogerstellung sowie Dienstleister für Redaktion, Übersetzung, Lokalisierung, Terminologie, Beratung und Weiterbildung zeigten Präsenz. Ein „Himmel auf Erden“ also für Sprachdienstleister wie @transcript, die sich auf Technische Dokumentation und Software-Lokalisierung spezialisiert haben.
Schon mal im Kalender vormerken: Die nächste Jahrestagung der tekom findet vom 24. bis 26. Oktober 2017 wieder in Stuttgart statt.


Quelle:
http://tagungen.tekom.de/h16/tekom-jahrestagung-2016