Aktuelles aus dem Universum der Übersetzung und Softwarelokalisierung

Wir sind Sprachfreaks, das geben wir gerne zu. Die Welt der Übersetzung und Software-Lokalisierung ist spannend und faszinierend. Aber auch unser Büro-Alltag sorgt für die ein oder andere Schlagzeile. An dieser Stelle bloggen wir regelmäßig Interessantes für unsere Kunden, Freunde und Mitarbeiter. Bleiben Sie dran!

Damit unser Blog immer aktuell ist und keine Verzögerungen durch Übersetzungen in andere Sprachen entstehen, erstellen wir die Posts in den zwei Kernsprachen Englisch und Deutsch. Über die RSS-Funktion können Sie die Blogeinträge gerne abonnieren. Keep in touch with @transcript!


transcript-blogger
08/07/2014 - 16:42

Die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien geht in den Endspurt. Wegen der tropischen Temperaturen dort unterbricht der Schiedsrichter mithin das Spiel, damit sich die Spieler erfrischen und den Kopf mit Wasser kühlen können. „Cooling break“ – ein schöner Begriff auch für unsere Blog-Sommer-Pause, so finden wir. Ob Sie in diesen Wochen arbeiten, schon in der „Sommerfrische“ waren oder den langersehnten Summer-Break noch vor sich haben: Unser Blog macht im Juli mal Pause. Im August geht es dann weiter mit Wissenswertem aus den Themenwelten Sprache, Übersetzung und Lokalisierung. Wir freuen uns, wenn Sie uns weiterhin treu bleiben!
Es grüßt Sie aus dem strömenden, kühlenden Regen in Deutschland
Das @transcript Blogger-Team in Köln

transcript-blogger
26/06/2014 - 10:55

Afrika ist der Kontinent mit der weltweit größten Sprachenvielfalt. Innerhalb der vier großen afrikanischen Sprachfamilien Afroasiatisch, Nilosaharanisch, Khoisan und Niger-Kongo gibt es hunderte verschiedene Individualsprachen und einige echte Besonderheiten. Khoisan-Sprachen zum Beispiel verwenden zahlreiche Schnalzlaute, darunter so exotische wie den „bilabialen Kusslaut“. Nicht schnalzend, sondern trommelnd werden bis heute in entlegenen Regionen Afrikas Nachrichten übermittelt. Je nach Wetterlage funktioniert das bis zu einer Reichweite von eindrucksvollen 12 Kilometern. Die Sprachübertragung per Nachrichtentrommel (auch „Sprechtrommel“, früher „Buschtrommel“ genannt) funktioniert nur deshalb, weil es sich bei den übermittelten Sprachen um sogenannte „Tonsprachen“ handelt. Die Besonderheit der Tonsprachen: Die Tonhöhe einer Silbe oder eines Wortes enthält mehr Informationen als der Laut an sich. Ändert der Sprecher also die Tonlage eines Vokals, verändert er damit gleichzeitig die Bedeutung des Gesagten. Ein Beispiel: Etwa 30 Kilometer südlich des Äquatorialwaldes in der Zentralafrikanischen Republik spricht man Banda-Linda. Um diese Tonsprache mit den drei Tonhöhen tief, mittel und hoch in Trommelsignale umzusetzen, werden zwei Trommeln benötigt, die unterschiedlich groß und individuell bespannt sind. Die Trommelsprache selbst besteht aus zwei Komponenten: Bestimmte Schlagrhythmen erzeugen die Vokale und Konsonanten, während verschiedene Trommeln für die unterschiedlichen Tonhöhen verantwortlich sind. Wo kein Handy funktioniert, transportiert die Nachrichtentrommel wichtige Nachrichten von Dorf zu Dorf: Die Trommeln künden von Geburten, Todesfällen, Markttagen, Busch-Unfällen – und manchmal auch von Steuereintreibungen oder dem bevorstehenden Besuch von Beamten oder Ärzten. Nicht alle Trommel-Botschaften sind für die gesamte Dorfbevölkerung bestimmt. Deshalb gibt der Trommler anfangs mit einer bestimmten Anzahl von Tönen in verschiedenen Tonhöhen an, wer der Adressat ist: Bei den Banda-Lindi zeigen vier Tieftöne an, dass die Infos für den Dorfhäuptling bestimmt sind; ein Tiefton gefolgt von vier Mitteltönen bedeutet, dass es sich um dorfinterne Neuigkeiten für die Bauern handelt.
Ein anderes Beispiel ist die Ewe-Sprache in Togo, wo nur die Hauptsätze in Trommelsprache übersetzt werden. Eine bestimmte Klangfolge gibt dort jeweils einen vollständigen Gedanken wieder.
So oder so: Damit die Trommel-Nachrichten sicher ankommen, werden ganze Sätze, manchmal auch besonders wichtige Worte, mehrfach wiederholt.
Die Kinder lernen ganz automatisch, die Trommelsprache als natürlichen Bestandteil ihres kulturellen Kontextes zu verstehen und in gesprochene Sprache umzusetzen. Wer jedoch aus einem anderen linguistisch-kulturellen Kontext stammt, wird große Probleme mit der „Übersetzung“ haben. Insofern gibt es auch keine international gebräuchliche Trommelsprache.

Quellen:
France Cloarec-Heiss, „Buschtrommeln”, in: Spektrum der Wissenschaft, Dossier 1/2000
www.weikopf.de
www.de.wikipedia.org

transcript-blogger
11/06/2014 - 12:36

Endlich hat das sehnsüchtige Warten der Fußballfans auf der ganzen Welt ein Ende: Am morgigen Donnerstag, 12. Juni 2014, beginnt die FIFA WM 2014TM in Brasilien. Um 15.15 Uhr Ortszeit steigt die offizielle Eröffnung in der Arena de São Paulo im Ostteil der Stadt. São Paulo gilt als Geburtsstätte des brasilianischen Fußballs. Charles Miller, Sohn britischer Einwanderer, brachte den Sport im Jahr 1884 in die Stadt – und legte damit den Grundstein für die Verbreitung der Fussballleidenschaft im ganzen Land. Es verwundert also nicht, dass gleich drei der besten Clubs Brasiliens aus São Paulo kommen: die Erzrivalen Corinthians, Palmerias und der FC São Paulo.
„Die Eröffnungsfeier in São Paulo ist eine Hommage an Brasilien und seine Schätze: die Natur, die Menschen und den Fussball“, schwärmt Daphné Cornez, die Regisseurin der Show. Die erwähnten Schätze Brasiliens werden in einer insgesamt 25-minütigen Show von verschiedenen Figuren und Accessoires inszeniert – mit einem „lebendigen“ LED-Fussball aus über 90.000 LED-Clustern als zentralem Element. Besonders freuen dürfen sich die Zuschauer vor Ort und an den Fernsehschirmen auf die Kunstturner, Trampolinakrobaten und Stelzenläufer – und natürlich auf die Capoeira-Tänzer. Die brasilianische Kampfkunst Caporeira ist traditionelles Sinnbild gegen Diskriminierung und für den Respekt vor der Vielfalt der Rassen und Kulturen. Genau daran möchte Flavio Silva, Contramestre der Capoeira bei der Eröffnungsfeier, erinnern: „Alle praktizieren Capoeira. Da gibt es keine Ablehnung von Schwarzen, Weißen, Dicken, Dünnen, Hässlichen oder Schönen. Die Capoeira ist universal.“ Tatsächlich leben in São Paulo Menschen mit geschätzten einhundert verschiedenen Volkszugehörigkeiten. Damit ist die mit elf Millionen Einwohnern größte Stadt Brasiliens gleichzeitig die aus ethnischer Sicht vielfältigste Metropole Brasiliens.
Zum Abschluss der Eröffnungsfeier geben Rapper Pitbull, die Sängerinnen Jennifer Lopez und Claudia Leitte und die Gruppe Olodum den offiziellen Song der FIFA Fussball-WeltmeisterschaftTM „We are one“ zum Besten. Und dann wird endlich gekickt: Um 17.00 Uhr ist Anpfiff des Eröffnungsspiels zwischen Gastgeberland Brasilien und Gegner Kroatien. Insgesamt 32 Fußballnationen nehmen am Weltturnier des Fußballs teil. Nur eine davon kann am 13. Juli im Estádio do Maracanã in Rio De Janeiro Weltmeister werden und den begehrten FIFA WMTM-Pokal gewinnen. Die Weltmeister-Trophäe ist aus 18-karätigem Gold und wiegt über 6 kg. Das Original bleibt allerdings dauerhaft im Besitz der FIFA – die Weltmeister-Mannschaft erhält jeweils eine Replik des Pokals.
Ab morgen heißt es also in Brasilien: Auf die Tore, fertig, los!


Quelle: http://de.fifa.com/worldcup/index.html