Aktuelles aus dem Universum der Übersetzung und Softwarelokalisierung

Wir sind Sprachfreaks, das geben wir gerne zu. Die Welt der Übersetzung und Software-Lokalisierung ist spannend und faszinierend. Aber auch unser Büro-Alltag sorgt für die ein oder andere Schlagzeile. An dieser Stelle bloggen wir regelmäßig Interessantes für unsere Kunden, Freunde und Mitarbeiter. Bleiben Sie dran!

Damit unser Blog immer aktuell ist und keine Verzögerungen durch Übersetzungen in andere Sprachen entstehen, erstellen wir die Posts in den zwei Kernsprachen Englisch und Deutsch. Über die RSS-Funktion können Sie die Blogeinträge gerne abonnieren. Keep in touch with @transcript!


transcript-blogger
25/05/2016 - 09:26

Sicher kennen Sie das: Sie haben sich etwas vorgenommen, etwas richtig Großes und Komplexes. Eine lange, bisweilen steinige Wegstrecke Richtung Gipfel liegt vor Ihnen. Wäre es nicht sinnvoller, die Tour in Einzel-Etappen zurückzulegen? Und die Erfahrungen, die Sie auf Teilstrecken machen, in die Gestaltung der Gesamtroute einfließen zu lassen? Wenn Sie jetzt innerlich genickt haben, dann haben Sie das Grundprinzip von Agile Approach schon verstanden.
Agile Approach, so heißt das Konzept für mehr Flexibilität bei der Entwicklung komplexer Software-Lösungen. Es wird „scheibchenweise“ gearbeitet: Etappe für Etappe zum Ziel. Innerhalb mehrerer, in sich abgeschlossener Planungs- und Entwicklungszyklen (Iterationen) entsteht die Software. Richtig klug: Am Ende jedes in sich abgeschlossenen Entwicklungszyklus steht jeweils eine funktionsfähige Software. Die wird dann Schritt für Schritt, Iteration für Iteration, in enger Abstimmung mit dem Kunden weiterentwickelt und optimiert. Der wohl größte Pluspunkt des Agile Approach: Funktionalität geht vor Perfektionismus – die Software läuft schon mal, selbst wenn in frühen Etappen aus Kundensicht noch nicht alles optimal ist.
Zum Vergleich: Bei einer „klassischen“ Softwareentwicklung nach Standardmethoden ist der Kunde bis zur Fertigstellung quasi „außen vor“. Auf Basis einer vom Kunden definierten Anforderungsliste bauen die Software-Entwickler hier zunächst das Produkt, testen es und lassen es dann lokalisieren. Der Kunde erhält eine „fertig entwickelte“ Software – seine Fragen oder Änderungswünsche kommen erst spät zum Tragen. Das macht häufig aufwändige Nacharbeiten nötig, die den Prozess verteuern und den Launch der Software empfindlich verzögern können.
Beim Agile Approach dagegen stehen die Menschen und ihre Interaktionen im Mittelpunkt. Die Software-Entwicklung geschieht hier in enger Abstimmung mit dem Kunden. Wenn geänderte Kundenwünsche den ursprünglichen Plan kippen – dann ist das eben so. Eine funktionierende Software hat Vorrang vor einer akribischen Dokumentation. Schon in einer jungen Entwicklungsphase beginnt das Testen, natürlich Hand in Hand mit dem Kunden. Dank des frühen Feedbacks können die Entwickler Fehler rechtzeitig beheben. Da Änderungswünsche bereits während der Entwicklung umgesetzt werden, gibt es später kein „böses Erwachen“ in Form kosten- und zeitfressender Nacharbeiten.
Die intensive Einbindung des Kunden hat allerdings auch einen „Nachteil“: Das Prozessmanagement der Software-Entwicklung wird spürbar komplexer – ganz einfach, weil mehrere Parteien im Boot sitzen und gemeinsam den Kurs bestimmen.
Auch hier bei @transcript ist Agile Approach ein großes Thema. Wird die Software nach diesem Ansatz entwickelt, erfolgt die Lokalisierung ebenfalls nach dem Schritt-für-Schritt-Prinzip. So kann die Software gleichzeitig in mehreren Sprachversionen gelauncht werden. Allerdings ist Lokalisierung nach dem Agile Approach eine echte Herausforderung, das wissen wir aus Erfahrung.
Und das kann es kompliziert machen:
1. Dem Übersetzer fehlen Informationen zu UI-Elementen, weil es die dazugehörigen Funktionen im aktuellen Entwicklungsstand der Software noch gar nicht gibt.
2. Im finalen Entwicklungs-Schritt benennen die Entwickler Software-Komponenten um oder der Kunde ändert zum Beispiel die Bezeichnung von Produkten oder Dienstleistungen. In diesem Fall müssen auch die Übersetzungen aus früheren Entwicklungs-Schritten komplett geändert bzw. neu in die zielsprachliche Struktur eingepasst werden.
3. Projektverwaltung, -dokumentation und -fakturierung sind bei zahlreichen Teil-Projekten wesentlich zeitaufwändiger als für ein großes Projekt – bei gleichem zeitlichen Aufwand für die Übersetzung selbst. Wir empfehlen deshalb, beim Agile Approach von vornherein ein entsprechendes Projektmanagement-Budget mit einzuplanen.
4. Anpassungen an Kundenwünsche erschweren eine vorausschauende Planung von Übersetzungs-Volumina und Abgabeterminen.
Wer seine Software nach dem Agile Approach entwickeln und lokalisieren lassen möchte, tut also gut daran, dies mit erfahrenen Sparringspartnern zu tun. Mit entsprechender Erfahrung lassen sich die Hürden des Agile Approach gelassen meistern. Vorteile wie die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden und eine frühe Funktionalität einer Software in verschiedenen Sprachen können so am Ende ganz klar überwiegen.

 

Quellen:
https://www.agilealliance.org/
http://www.agilenutshell.com/

transcript-blogger
12/05/2016 - 12:04

Heute gibt es Grund zu feiern, denn dies hier ist sage und schreibe unser 100. Blogartikel. Mitte 2012 ging die neue @transcript-Website online – und damit auch unser Corporate Blog. Was war noch gleich Inhalt des ersten Blogposts? Richtig, ein Artikel über die LocWorld in Paris, nachzulesen immer noch hier: http://www.transcript.de/de/node/839.
Einen Corporate Blog zu betreiben ist heute für viele Unternehmen Standard. Wir zum Beispiel schreiben in 14-tägigem Abstand neue Blogartikel, um unsere Kunden und Partner mit Informationen und Insights rund um das Themen-Universum Übersetzung & Lokalisierung zu versorgen. Nach einer Klassifizierung der Universität Leipzig heißt das von uns verwendete Genre „Themen-Blog“. Zwei weitere Blog-Genres (von vielen) sind zum Beispiel meist temporär angelegte Kampagnen-Blogs oder Produkt- bzw. Markenblogs. Eher werblich ausgerichtet, decken sie die Kommunikation rund um spezifische Produkte oder Marken eines Unternehmens ab.
Das Weblog feiert in diesem Jahr seinen 26. Geburtstag. Ein Rückblick – 13. November 1990: Die Website des in Genf lebenden Software-Entwicklers Tim Berners-Lee geht online. Sie gilt als offiziell erstes Blog (auch wenn man damals den Begriff noch nicht benutzte) im soeben aus der Taufe gehobenen World Wide Web. Berners-Lee’s Website entwickelte sich zu einer Art „digitaler Zettelkasten“ – einer Sammlung von Tipps zum Erstellen der eigenen Website oder zur Recherche im WWW. Schon damals waren die jeweils aktuellsten Einträge immer ganz oben zu finden. Den Begriff „Weblog“ (zusammengesetzt aus „Web“ für das Internet und „Log“ für Tagebuch) prägte 1997 Jorn Barger mit seinem Online-Tagebuch „Robot Wisdom“. Er nutzte dafür die von Dave Winer entwickelte Software Frontiers News Page Suite – was ihm einige bekannte Blogger der ersten Stunde nachmachten, darunter Avram Grumer mit seinem „Pigs & Fishes Weblog“ oder Steve Bogart mit „Nowthis.com/log“. Die erste „Blogger Community“ war entstanden. Während die Themen in den Blogs der ersten Stunde eher techniklastig waren, bloggen heute die Menschen alle erdenklichen Inhalte. Politik, Lifestyle, Mode, Sport, Technik, Reise, Alltagstagebücher – über 200 Millionen Blogs waren bereits in 2010 online. Jeder, der schreiben kann und Zugang zu einem Rechner hat, kann im Prinzip auch bloggen. Zu verdanken ist das verschiedenen Blog-Freeware-Programmen, darunter die „Stars“ blogger.com oder WordPress.com. Mit ihrem einfachen CMS und einer Auswahl an fertigen, individuell adaptierbaren Templates wird die Einrichtung des Blogs fast zum Kinderspiel. 2007 dann Start einer neuen Blogging-Ära: Soziale Dienste wie MySpace (2003), Facebook (2004) und Twitter (2006) gehen online. Hier liegt die Würze in der Kürze. Microblogging heißt das Zauberwort, kurze Posts statt lange Artikel. Bei Twitter ist das Sendungsbewusstsein limitiert auf 140 Zeichen.
Wichtig zu wissen: Wer ein eigenes Blog betreibt, bleibt im Besitz seiner Urheber- und Bildrechte – anders als bei der Nutzung eines Blogging-Dienstes, den es außerdem schlimmstenfalls irgendwann nicht mehr gibt. Bestes Beispiel in Deutschland sind die Dienste MySpace oder StudiVZ bzw. SchülerVZ. Sie sind genauso schnell wieder von der Bildfläche verschwunden, wie sie einst die Social-Media-Szene betreten hatten.
Wir indes bloggen munter weiter und feiern dann wieder bei Blogartikel Nr. 250. Bleiben Sie uns treu!


Quellen:
http://www.carta.info/46871/die-geschichte-des-weblogs/

http://www.netzthemen.de/sonnabend-weblogs/2-2-geschichte-der-weblogs

transcript-blogger
28/04/2016 - 10:35

Sie ist die weltweit wichtigste Industriemesse: Die HANNOVER MESSE bündelt vom 25. bis 29. April 2016 sämtliche Schlüsseltechnologien und Kernbereiche der Industrie an einem einzigen Messeplatz im Nordwesten Deutschlands. Ob Forschung & Entwicklung, IT, Industrieautomation, Produktions- oder Mobilitätstechnologien: Hannover ist in diesen Tagen ein „Hotspot der Industrie“ und „Place-to-be“ für alle, die den Anschluss an die Industrie der Zukunft nicht verpassen wollen.
Unter dem diesjährigen Leitthema „Integrated Industry – Discover Solutions“ stehen erneut die Herausforderungen auf dem Weg in eine digitalisierte Industrie 4.0 im Mittelpunkt. Erstmals wurde der Begriff 2011 in Hannover geprägt; mittlerweile ist er in aller Munde. Auch in diesem Jahr beansprucht die HANNOVER MESSE für sich, bahnbrechende Impulse für Forschung & Entwicklung zu geben und weltweite Industrie-4.0-Kompetenzen zusammenzuführen. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen auch mittelständische Unternehmen die Potenziale der Digitalisierung erkennen und ausschöpfen“, erklärt Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands beim Veranstalter Deutsche Messe AG. Die HANNOVER MESSE zeigt zur Inspiration mehr als einhundert Anwendungsbeispiele für „Integrated Industries“. Dazu zählt auch die Sonderschau „Predictive Maintenance 4.0“: Sensoren und eine intelligente Datenanalyse machen es möglich, „vorausschauend“ den idealen Wartungszeitpunkt einer Maschine zu bestimmen.
Ganz nebenbei bietet die Innovations-Show in Hannover eine gute Gelegenheit, die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu pflegen: Partnerland der HANNOVER MESSE sind in diesem Jahr erstmals die USA. Messechef Wolfram von Fritsch gelang es, US-Präsident Barack Obama nach Deutschland zu holen, um die Messe gemeinsam mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zu eröffnen. Die USA arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Automatisierung und Digitalisierung ihrer Wirtschaft – und werden die HANNOVER MESSE ohne Zweifel dazu nutzen, die renommierte deutsche Maschinenbau-Industrie als Partner für ihre Vorhaben zu gewinnen.

Quellen:
http://www.hannovermesse.de
http://www.welt.de/wirtschaft/article154501635/Obama-bringt-1000-koepfige-Delegation-nach-Hannover.html