Aktuelles aus dem Universum der Übersetzung und Softwarelokalisierung

Wir sind Sprachfreaks, das geben wir gerne zu. Die Welt der Übersetzung und Software-Lokalisierung ist spannend und faszinierend. Aber auch unser Büro-Alltag sorgt für die ein oder andere Schlagzeile. An dieser Stelle bloggen wir regelmäßig Interessantes für unsere Kunden, Freunde und Mitarbeiter. Bleiben Sie dran!

Damit unser Blog immer aktuell ist und keine Verzögerungen durch Übersetzungen in andere Sprachen entstehen, erstellen wir die Posts in den zwei Kernsprachen Englisch und Deutsch. Über die RSS-Funktion können Sie die Blogeinträge gerne abonnieren. Keep in touch with @transcript!


transcript-blogger
31/08/2016 - 08:33

Traurige Ereignisse gibt es in diesen Wochen genug. Wir wollen mal etwas richtig Schönes erzählen. Eine Geschichte, deren Leitideen Mitgefühl, Solidarität, Völkerverständigung und der Wunsch nach Frieden sind. Die Geschichte von Clowns, die auszogen, um traumatisierte Kinder und ihre Angehörigen wieder das Lachen zu lehren.
Alles begann im Juli 1993, als der spanische Clown Tortell Poltrona in Barcelona von Schülern um Hilfe gebeten wurde, die mit Kindern in einem Flüchtlingscamp in Kroatien befreundet waren. Vom Balkankrieg traumatisierte kleine Menschen, die ihren katalanischen Freunden erzählt hatten: „Wisst ihr, was uns am meisten fehlt? Wir vermissen es zu lachen, einfach Spaß zu haben und uns wohlzufühlen.“ Poltrona trommelte eine kleine Clowns-Truppe zusammen und machte sich mit dem Auto auf den Weg in das kroatische Flüchtlingslager. Dort spielten er und seine Clowns-Kumpels vor insgesamt 4000 Kindern und deren Eltern. Zwischen all dem Lachen und der Freude fragten die Kinder die Clowns: „Und, wann kommt ihr wieder?“ Der Auftritt war die Geburtsstunde der Clowns without borders (CWB), einer internationalen Non-Profit-Organisation, die überparteilich und überkonfessionell agiert. Heute, über 20 Jahre später, gibt es CWB-Partnervereine in 12 Ländern: in Australien, Belgien, Kanada, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Spanien, Schweden, Südafrika, im Vereinten Königreich und den USA. Alle CWB-Clowns, die weltweit mit ihren roten Nasen in Flüchtlingscamps, Flüchtlingsheimen, Kindergärten und Schulen unterwegs sind, haben dasselbe Ziel: Kindern aus Krisengebieten Augenblicke des Lachens und der Hoffnung zu schenken. Sie eintauchen zu lassen in eine Welt der Freude und der Freiheit – eine Welt, die für viele der jungen Menschen unter schrecklichen Kriegs- und Fluchterfahrungen verschüttet ist. Die ehrenamtlichen Clowns sind professionelle Künstler, die sich mit ihren Teams mehrere Wochen oder Monate auf ihre Reisen vorbereiten. Doch der Einsatz lohnt sich. „Bevor ihr kamt, haben die Kinder Krieg gespielt – jetzt spielen sie Clown.“ Dieses Zitat von einer Hilfsorganisation aus einem Flüchtlingslager in Jordanien bringt es auf den Punkt. Die Clowns-Shows schaffen es, die Erfahrungswelt der Kinder nachhaltig aufzuhellen. Kritischen Fragen müssen sich die CWB-Organisatoren dennoch stellen. Wäre es nicht wichtiger, Spendengelder für Essen und Medikamente zu investieren als für „ein bisschen Spaß“? Experten halten dagegen und wissen, dass Menschen mit Traumata irgendwann auch ihren eigenen Wert nicht mehr sehen können. Fernab der Heimat und der Liebsten verlieren sie jeglichen Lebensmut und alle Hoffnung. Ein Lachen, ein Moment der Unbeschwertheit kann einen völlig neuen Anfang bedeuten.
Ein riesiger Vorteil der Art von Flüchtlingshilfe, wie sie die CWB leisten, ist die Unabhängigkeit von Sprachbarrieren. Clownerien leben von Gestik, Mimik, Blicken, Kunststückchen und Musik. Außerdem sprechen die Clowns die Fantasiesprache Gromolo und natürlich auch einige Brocken der jeweiligen Landessprache plus ein wenig Englisch. Entscheidend für den großen Erfolg des Projektes muss wohl tatsächlich die Sprache des Herzens sein.


Quellen:
http://www.cwb-international.org/who-we-are/
http://www.clownswithoutborders.org/
http://clownsohnegrenzen.org.w0135cb5.kasserver.com/

transcript-blogger
18/08/2016 - 09:32

Weil @transcript als Experte IT-Übersetzungen und IT-Lokalisierung für mittlere Unternehmen und große Konzerne realisiert, führt hier bei uns kein Weg vorbei an ITIL. Was genau ist ITIL und warum ist es für das IT-Management so wichtig?
ITIL, kurz für „Information Technology Infrastructure Library“, ist ein Kompendium von Best-Practice-Beispielen des IT-Service-Managements. Die ITIL befasst sich mit Methoden zur optimalen Unterstützung von Geschäftsprozessen. Interessant: Die Definition der Inhalte stammt nicht von einem Standardisierungs-Gremium wie der ISO, sondern von den Anwendern selbst. Dadurch soll ITIL möglichst praxisnah sein und messbare Qualitätsverbesserungen ermöglichen.
Kernfunktion der Dokumenten-Sammlung ist es unter anderem, die multiplen Tätigkeiten in der IT klar definierten Rollen und Funktionen zuzuordnen. Die erste, ursprüngliche ITIL-Version wurde zwischen 1989 und 1998 von der Central Computing and Telecommunications Agency (CCTA) entwickelt, Version 2 dann im Zeitraum bis 2003. Seit Juni 2007 (überarbeitet 2013) gibt es Version 3, deren nun fünf (statt vorher neun) Bände sich konsistent an den Prozessen des Lebenszyklus von IT-Dienstleistungen orientieren:
1. Service Strategy
2. Service Design
3. Service Transition
4. Service Operation
5. Continual Service Improvement
Sie fragen sich, was die Vorteile von ITIL sind? Prozesse und Kommunikation im IT-Bereich sind äußerst komplex, besonders in Großunternehmen. Klar definierte Zuständigkeiten und Abläufe sollen helfen, die Steuerung der Prozessketten und Kommunikationswege zu optimieren. Eine klare Spezifikation der von der IT-Organisation zu erbringenden Services sorgt außerdem für zufriedenere Kunden. Das liegt daran, dass der eingekaufte Leistungsumfang dank ITIL klar definiert ist, der Kunde bei seinem IT-Service-Provider also nicht die berüchtigte „Katze im Sack“ bestellt.

Entscheidend für uns als Übersetzer und Experten für Lokalisierung ist, dass ITIL eine standardisierte IT-Terminologie bereitstellt. Heißt: In der Zusammenarbeit mit großen IT-Abteilungen, in denen ITIL Marktstandard ist, sprechen alle weitgehend dieselbe Sprache. Wo von @transcript zu übersetzende Texte und Software Bezug auf das ITIL-System nehmen, wollen diese Referenzen erkannt und bei der Übersetzung die entsprechenden Standards berücksichtigt sein. Abschließend noch beispielhaft zwei dieser „typischen“ Begriffe der ITIL-Terminologie:

1. audit (EN) / Audit (DE)
Formale Überprüfung und Analyse, um festzustellen, ob ein Standard oder ein Satz an
Leitlinien eingehalten wird, ob Records korrekt sind oder ob die Ziele in Bezug auf die gewünschte Effizienz und Effektivität erreicht wurden. Ein Audit kann von internen oder externen Gruppen durchgeführt werden.

2. business process (EN) / Geschäftsprozess (DE)
Ein Prozess, für den das Business verantwortlich ist und der vom Business ausgeführt wird. Ein Geschäftsprozess ist an der Bereitstellung eines Produkts oder eines Service für einen Geschäftskunden beteiligt. Für einen Händler kann beispielsweise ein Einkaufsprozess definiert sein, über den die Bereitstellung von Services für seine
Geschäftskunden unterstützt wird. Viele Geschäftsprozesse basieren auf IT-Services.

Sie möchten mehr über die ITIL-Terminologie wissen? Dann dürfen Sie sich das vollständige ITIL-Glossar hier frei herunterladen:
Deutsch:
https://www.exin.com/assets/exin/frameworks/108/glossaries/german_glossary_v1.2_201404.pdf
Englisch:
https://www.axelos.com/Corporate/media/Files/Glossaries/ITIL_2011_Glossary_GB-v1-0.pdf


Weitere Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/IT_Infrastructure_Library
https://www.gulp.de/knowledge-base/markt-und-trends/itil-prozesse-beschreiben-qualitaet-verbessern.html
http://www.computerwoche.de/a/zwoelf-dinge-die-sie-ueber-itil-v3-wissen-sollten,1897601,3

transcript-blogger
03/08/2016 - 10:43

Flashback. 25 Jahre zurück. Wir schreiben den 6. August 1991. Tim Berners-Lee, junger Physiker und Informatiker am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf, postet in der Newsgroup alt.hypertext folgenden Beitrag: „Hier der Link zum ersten WWW-Server.“ Mit diesem simplen Satz macht Berners-Lee vor 25 Jahren sein World Wide Web-Projekt einer weltweiten Öffentlichkeit frei zugänglich. Als wahre Geburtsstunde des WWW gilt allerdings der 12. März 1989. Damals veröffentlichte Berners-Lee einen Vorschlag, in dem er seine ersten Ideen für etwas skizzierte, das später als WWW einen regelrechten Triumphzug antreten sollte: ein digitales Informations-System mit einem universellen Übertragungsstandard, der es den CERN-Forschern erleichtern sollte, Informationen untereinander auszutauschen. „Mesh“ wie „Geflecht“, so nannte Berners-Lee sein Projekt – aber nur vorübergehend. Andere Namensvorschläge wie „Mine of Information“ wurden ebenfalls verworfen – zugunsten der Bezeichnung „Web“. In der Mathematik steht „Web“ für ein Netz von Knoten, die allesamt miteinander verbunden sind. Doch zurück zum Aufsatz von Berners-Lee vom März 1989. „Vage, aber spannend“ fand der damalige CERN-Chef Mike Sendall die Idee. Gut eineinhalb Jahre dauerte es noch, bis am 24. Dezember 1990 am CERN die erste Website online ging – auf dem Webserver info.cern.ch, die Berners-Lee am 13. November 1990 auf seinem NeXT-Rechner eingerichtet hatte. Diese allererste Website sah original so aus: http://info.cern.ch/hypertext/WWW/TheProject.html.Gerade einmal 165 Wörter umfasste die „Geburts-Site“, darunter 25 unterstrichene Begriffe in Blau: die ersten Hyperlinks. Thema der Site war das World Wide Web selbst: Berners-Lee erklärt mit weiterführenden Links, was das WWW ist, wer daran mitwirkt und wie man einen Browser nutzt.
Seitdem sind Quantensprünge geschehen. Laut Angaben des Statistik-Portals „Statista“ gab es 2015 weltweit 863 Millionen Websites. Allein zwischen 2011 und 2012 hat sich die Anzahl der Homepages innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Der Siegeszug des WWW ist längst nicht mehr zu stoppen. Ohne Homepage, ohne Auffindbarkeit und Sichtbarkeit im Netz ist heute kein Business mehr denkbar. Ganz zu schweigen vom kometenhaften Aufstieg der Social Media mit Plattformen wie Facebook und Twitter oder Apps wie Whatsapp und Snapchat. Mit unseren Smartphones und Tablets sind wir heute permanent „online“. Kaum zu glauben, dass dies alles erst vor 25 Jahren begann.


Quellen:
http://info.cern.ch/
https://de.wikipedia.org/wiki/World_Wide_Web
https://www.w3.org/History/19921103-hypertext/hypertext/WWW/TheProject.html
http://www.stern.de/digital/online/die-erste-webseite-wird-20-mit-165-woertern-in-die-zukunft-3037904.html
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/290274/umfrage/anzahl-der-webseiten-weltweit/
http://www.zeit.de/digital/internet/2014-03/www-25-jahre-geschichte-meilensteine