Aktuelles aus dem Universum der Übersetzung und Softwarelokalisierung

Wir sind Sprachfreaks, das geben wir gerne zu. Die Welt der Übersetzung und Software-Lokalisierung ist spannend und faszinierend. Aber auch unser Büro-Alltag sorgt für die ein oder andere Schlagzeile. An dieser Stelle bloggen wir regelmäßig Interessantes für unsere Kunden, Freunde und Mitarbeiter. Bleiben Sie dran!

Damit unser Blog immer aktuell ist und keine Verzögerungen durch Übersetzungen in andere Sprachen entstehen, erstellen wir die Posts in den zwei Kernsprachen Englisch und Deutsch. Über die RSS-Funktion können Sie die Blogeinträge gerne abonnieren. Keep in touch with @transcript!


transcript-blogger
03/02/2016 - 11:30

Stellen Sie sich vor, Ihre Übersetzungsagentur übersetzt ein- und dieselben unternehmensspezifischen Termini bei jedem Auftrag anders. Oder ein von Ihnen mit der Übersetzung einer umfangreichen Textmenge beauftragtes Übersetzerteam wählt für bestimmte Branchen-Termini jeweils abweichende Synonyme. Sie wären genervt und würden beim nächsten Mal nicht mehr mit diesem Dienstleister zusammenarbeiten? Zu Recht!
Ohne ein reibungslos funktionierendes Terminologie-Management ist professionelle Übersetzer-Arbeit tatsächlich undenkbar. Terminologie-Management ist ein entscheidender Faktor bei der Qualitätssicherung professioneller Übersetzungen. Wichtigste Betreiber von Terminologie-Management sind Normungsinstitute (wie DIN und ISO), Wörterbuchverlage, staatliche Stellen (wie das Bundessprachenamt), Unternehmen und Übersetzungs-Dienstleister.
Aber jetzt mal schön der Reihe nach: „Terminologie“ bezeichnet die Prägung und konsequente Verwendung von Fachbegriffen (Termini) zur Benennung von unternehmens- oder branchenspezifischen Produkten, Dienstleistungen oder markenspezifischen Phrasen wie zum Beispiel Slogans. Im Rahmen des Terminologie-Managements werden Terminologie-Datenbanken erstellt, in denen systematisch alle branchen- oder unternehmensspezifischen Termini gesammelt und freigegeben werden. Große Unternehmen wie Siemens oder Microsoft, aber auch mittelständische Firmen verfügen über solche Terminologie-Datenspeicher. Der Vorteil: Übersetzungsagenturen aber auch andere Dienstleister oder Kunden werden in die Lage versetzt, eine einheitliche Unternehmens-Terminologie zu verwenden. Die dadurch gesicherte sprachliche Konsistenz ermöglicht, dass bestimmte, bereits übersetzte Termini und Textbausteine auch in Zukunft identisch eingesetzt werden können. Das bedeutet: Ein erfolgreiches Terminologie-Management macht Übersetzungen nicht nur genauer und konsistenter – es erhöht gleichzeitig die Produktivität von Übersetzungsprozessen und kann die Kostenerheblich senken.
Und wie funktioniert das ganz konkret aus Sicht einer Übersetzungsagentur? Wo früher Loch- oder Karteikarten für Terminologiesammlungen angelegt wurden, ist heute die EDV am Werk. Übersetzungsagenturen erstellen detaillierte Terminologie-Sammlungen ihrer Kunden, um einheitliche Übersetzungen zu garantieren. Auch @transcript pflegt für jeden seiner Kunden solche Terminologie-Datenbanken. Für die Terminologie-Verwaltung gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder es werden Glossare in Excel oder Access geführt, die nicht selten mehrsprachig angelegt sind. Außerdem gibt es sogenannte Terminologie-Tools wie SDL MultiTerm, mit denen sich professionelle Terminologie-Datenbanken erstellen lassen. Sie beinhalten zum Beispiel detaillierte Regeln für die Verwendung der jeweiligen Termini oder ausgeklügelte Suchfunktionen. Solche Datenbanken lassen sich in der Übersetzungs-Arbeit mit Translation-Memory-Tools verknüpfen, die ganze Textsegmente wie Sätze oder Abschnitte speichern können.
Wenn sowohl Auftraggeber als auch Übersetzungsagentur ein professionelles Terminologie-Management betreiben, hat das klare Vorteile für beide Seiten: Aktuelle Terminologie-Glossare auf Kundenseite ersparen zum Beispiel ständige Rückfragen des Übersetzers und beschleunigen dadurch den Übersetzungsprozess enorm. Wir von @transcript verfügen über detaillierte, kundenspezifische Terminologie-Datenbanken und sind damit auf alle Eventualitäten vorbereitet – zum Beispiel auf
komplexe Übersetzungen, die aus Zeitgründen auf mehrere Übersetzer verteilt werden müssen.

Quellen:
http://www.translationzone.com/de/products/terminology-management/
http://www.bundessprachenamt.de/deutsch/wir_ueber_uns/abteilung_smd/referat_terminologie_und_lexikographie/referat_terminologie_und_lexikographie.htm

transcript-blogger
21/01/2016 - 13:24

Wer weltweit unterwegs ist, sollte sie kennen: Die „Begrüßungs-Etiketten“ verschiedener Kulturen. Andere Länder, andere Sitten – das gilt auch für Begrüßungsgesten und -rituale. Wer es gleich zu Anfang vermasselt, hat es später in Verhandlung und persönlichem Austausch nicht leichter. Eine souveräne, kulturell adäquate Begrüßung dagegen kann Türen und Herzen öffnen. Das ist übrigens historisch bedingt: Schon zu Beginn der Menschheitsgeschichte diente die Begrüßung beim Zusammentreffen zweier Personen in erster Linie dazu, abzuklopfen, ob das Gegenüber in guter Absicht und vor allem ohne Waffen gekommen war.
Wir stellen die wichtigsten Begrüßungsgesten vor.

1. Handshake
Händeschütteln ist weltweit auf Platz Eins der Begrüßungsrituale. „Zeig mir deine offene Hand und ich sehe, dass du unbewaffnet bist.“ Das ist die traditionelle Kernbotschaft des Händeschüttelns, die schon im alten Rom und Griechenland ihre Gültigkeit hatte. Händeschütteln geht ganz leicht: die rechte Hand ausstrecken, in die ebenfalls rechte Hand des Gegenübers legen, leicht drücken und ein paarmal auf und ab bewegen. In Deutschland nickt man dabei gemeinhin mit dem Kopf, in den USA schaut man sich stattdessen lieber tief in die Augen. Heikel die Frage, welches Geschlecht zuerst die Hand reicht. In Italien und Russland sind das zum Beispiel – oha – die Frauen.

2. Wangenküsschen
Wie gut sollte man sich eigentlich kennen, um Wangenküsschen zu verteilen? Auf jeden Fall eignet sich diese Kategorie besser für Freunde oder zumindest enge Bekannte als für Erstkontakte im Business. Interessanterweise beginnen die Grüßenden in den meisten Ländern auf der linken Seite mit dem Wangenküssen – Griechenland ist da die Ausnahme. Und dann geht’s unterschiedlich weiter: bis zu viermal wird geküsst, mit oder ohne Körperkontakt und häufig verknüpft mit einer verbalen Begrüßung. In Nordfrankreich und in Spanien küsst nur die Kombi Frau/Mann; in Südfrankreich drücken sich auch zwei Männer gegenseitig Wangenküsse auf, in Spanien geben sich Männer lieber die Hand. Da soll einer nicht durcheinanderkommen bei so viel Geküsse…

3. Verneigung
Indien, Japan und Thailand sind die Spitzenreiter in Verbeugungs-Ritualen. „Namaste“ ist indisch und bedeutet so viel wie „ich verneige mich vor dir“. Begleitet wird diese indische Begrüßung vom Aneinanderlegen der Handinnenflächen und einer leichten Verbeugung mit dem Oberkörper. Wer in Japan seinem Gegenüber direkt in die Augen blickt und dann womöglich auch noch die Hand reicht, gilt als grob und unhöflich. Stattdessen heißt es: verneigen, verneigen, verneigen. Wie tief und wie lange der Kopf zu senken ist, hängt von der gesellschaftlichen oder unternehmerischen Position des Gegenübers ab.
In Thailand praktiziert man das „Wai“. Dazu werden die Handflächen auf Brusthöhe aneinandergelegt und die Nasenspitze dann feierlich zu den Händen gesenkt. Zur Begrüßung praktizieren beide Gegenüber das „Wai“; es kann aber, je nach Situation, auch andere Bedeutungen haben wie z.B. „Danke“, „Entschuldigung“ oder „ich bitte dich“ und dazu nur von einem der beiden Kommunikationspartner praktiziert werden.

4. Exotisches
Zu den ausgefallensten Begrüßungsritualen gehört sicher „Hongi“, die traditionelle Begrüßung der Maori, Ureinwohner Neuseelands. Dabei legen die sich Begrüßenden Stirn und Nase aneinander, reichen sich die rechte Hand und fassen sich gegenseitig am linken Unterarm. Klingt kompliziert und sorgt für so manches lustiges Foto internationaler Besucher.
Der sogenannte „Nasenkuss“ der Inuit-Völker in Kanada oder Grönland hat ganz sicher nichts mit Erotik zu tun. Es ist vielmehr ein „Riechkuss“, im Verlaufe dessen man gegenseitig die Nase, die Wangen und den Hals „beschnuppert“ – und damit die „Atemseele“ des Gegenübers erkundet.
Richtiggehend „cool“ geht es in Hawaii zu mit dem Surfergruß „Shaka“. Eine Faust mit abgespreiztem Daumen und kleinem Finger und dazu der Gruß „Shaka, bra!“ (Mach dich locker, Bruder!).

Und, schon richtig warmgelaufen in Sachen „Begrüßung“? Dann sind Sie jetzt bestens vorbereitet für einen der kuriosesten Feiertage, der weltweit jährlich am 21. Januar gefeiert wird: Weltknuddeltag. 1986 im US-Bundesstaat Michigan ins Leben gerufen, erfreut sich dieser Tag großer Beliebtheit – vielleicht auch, weil er mitten in den kalten und dunklen Wintermonaten liegt. Also: Im Business richtig begrüßen, privat richtig knuddeln. Na, dann kann ja nichts mehr schiefgehen!


Quellen:
http://www.sueddeutsche.de/reise/begruessungsgesten-weltweit-hallo-erstmal-1.2334757
https://www.traum-ferienwohnungen.de/reisemagazin/knigge-oder-ritual-begruessung-international/
http://weltknuddeltag.de/

transcript-blogger
06/01/2016 - 12:32

Was bedeutet mein Handeln im Alltag für die Welt als Ganzes? Worin liegen die essenziellen Herausforderungen eines zunehmend globalisierten Lebens? Welchen Weg müssen wir als Teil der Weltgemeinschaft einschlagen, um zur globalen Nachhaltigkeit beizutragen?
Mit diesen und verwandten Fragen beschäftigt sich das International Year of Global Understanding (IYGU). Das internationale Themenjahr 2016 ist eine interdisziplinäre Initiative dreier Weltdachverbände der Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften: International Council for Science (ICSU), International Social Science Council (ISSC) und International Council for Philosophy and Human Sciences (CIPSH).
Ökonomischer Wandel, Migrationsströme, Klimawandel – die Weltgemeinschaft steht großen Herausforderungen gegenüber, die längst über eine rein nationale Verantwortung hinausgehen. Ansatz des IYGU ist die These, dass die globale Sichtweise von Individuen das Risiko regionaler Konflikte und Probleme erheblich senken kann. Also: Jeder Mensch macht Weltpolitik, wenn er erkennt, dass das eigene Handeln im Alltag von entscheidender Bedeutung für die Lösung globaler Problemen wie Umweltverschmutzung oder Klimawandel sein kann. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist der Umgang mit Plastikmüll. In Ruanda fiel der Groschen für das Plastikproblem, weil die Menschen vor Ort merkten, wie gefährlich dieser Müll insbesondere für die im Land kulturell bedeutsamen Kühe ist. Die Wiederkäuer nämlich bekamen durch das Plastik ernste gesundheitliche Probleme. Als Konsequenz wurden in dem afrikanischen Land Umweltgesetze verabschiedet, die aus Plastik hergestellte Gegenstände wie Flaschen und Tüten grundsätzlich verboten. Heute ist Ruanda weitgehend frei von Plastikmüll.
Ziel des IYGU 2016 ist vor allem die Übersetzung von Erkenntnissen aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen in eine nachhaltigere Lebensweise der Menschen vor Ort. Umgekehrt versteht sich IYGU als echte Bottom-up-Bewegung. Heißt: Die Forschung muss lernen, auf die Logik und Anforderungen des Alltagslebens einzugehen. Wie können wir unser Konsumverhalten so verändern, dass die Umwelt und das Klima nachhaltig geschützt werden – das ist nur eine Frage von vielen.
„Nur wenn wir die Auswirkungen unserer alltäglichen Entscheidungen – zum Beispiel beim Essen, Trinken oder Produzieren – auf den Planeten als Ganzes verstehen, können wir sinnvolle und effektive Veränderungen vornehmen“, erläutert Prof. Dr. Benno Werlen von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Initiator des Projekts und Koordinator von 50 regionalen Action Centern des IYGU auf der ganzen Welt.
Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam, bringt die größte Herausforderung einer globalisierten Weltgemeinschaft auf den Punkt: „Mehr denn je wird es in der Globalisierung darauf ankommen, immer wieder die Kraft aufzubringen, auch die Positionen von Gedanken und Erwartungen anderer verstehen zu lernen und die Bereitschaft für Dialog zu entwickeln anstelle von Konfrontation.“ Wir finden, das ist ein großartiger Entschluss für das Jahr 2016. Happy new year to all of you!


Quellen:
http://www.global-understanding.info/